Im DAF T244 wird die Fahrerkabine hydraulisch nach vorne gekippt, um den Motor zugänglich zu machen. Dazu gibt es über dem Hauptschalter eine kleine Hydraulikpumpe, die mit zwei Kippzylindern verbunden ist. Sowohl für die Hydraulikpumpe, die von Weber Hydraulik hergestellt wurde als auch für die Kippzylinder gibt es Ersatzteile / ein Servicekit, um diese Anlage komplett zu überholen. Darum geht es in diesen Artikel.
Probleme gibt es am ehesten mit einem der beiden Kippzylinder, seltener mit der Pumpe. Das Führerhaus lässt sich im Defektfall dann nicht mehr hochpumpen. Leider reicht es, wenn einer der beiden Zylinder ausfällt, um die gesamte Hydraulik lahm zu legen.
Obwohl die Hydraulikpumpe vor inzwischen mehr als 30 Jahren von Weber Hydraulik (Webseite) gebaut wurde, gibt es ein Servicekit direkt vom Hersteller. Es hat die Bezeichnung „Dichtungssatz FHP 15 P-2088“ mit der Artikelnummer 570834. Kostenpunkt ist etwa 35€.
Die Kippzylinder zu überholen ist etwas komplizierter. Das hab ich selber noch nicht gemacht – zum Glück sind meine noch okay. Pro Zylinder müssen zwei Dichtungen und eine Kappe erneuert werden. Um die Dichtungen zu erneuern muss das Auge abgeflext und später wieder drauf geschweisst werden.
Leider lassen sich die zwei Kippzylinder nur ausbauen, wenn die Kabine gekippt ist. Im Notfall kann man diese vorsichtig mit einem Seilzug oder Kettenzug nach vorne ziehen. Während sich die Revision der Hydraulikpumpe noch gut am Küchentisch machen lässt, ist die Reparatur der Kippzylinder daher möglicherweise ein Fall für eine kleine Werkstatt mit Kran & Schweissgerät.
Das wechseln der Hydraulikpumpe (oder auch der Kippzylinder selbst) in unkritisch. Das Öl muss dazu nicht extra abgelassen werden und die Anlage entlüftet sich durch 1 – 2 Mal hochpumpen / runter pumpen selbst.
Überholung / Revision der Hydraulikpumpe
Für die vier Schrauben ist ein 6 mm Imbus nötig.
Ich stand dann vor dem Problem, dass ich den innen Zylinder nicht rausschrauben konnte, um an die dahinter liegenden Teile zu gelangen. Dazu wäre ein Vielzahn mit 21 oder 22 mm notwendig gewesen und den hatte ich nicht.
Daraufhin ist die Überholung eine Nummer kleiner ausgefallen, ich hab nur den Nutring vom Kolben ersetzt. Das ist das hauptsächliche Verschleissteil in dem Block. Insgesamt sah die Pumpe nämlich noch sehr gut aus. Trotzdem war es notwendig, sie innen gründlich zu entfetten und durchzuspülen. Im Gehäuse hatten sich matschige Rückstände gesammelt. Die Papierdichtung wurde ebenfalls erneuert und ich hab Schrauben / Gewinde nachgeschnitten um sie dadurch zu reinigen (M8, 1.25).
Etwas husch husch daher anstatt einer Schritt für Schritt Anleitung, sorry deswegen. Es geht sowieso eher einer der Kippzylinder kaputt und zu denen kommen wir jetzt:
Überholung / Revision der Kippzylinder
Derzeit weiss ich leider keinen direkten Ersatz für die zwei doppelwirkenden Hydraulik Kippzylinder, es bleibt nur die Reparatur. Wer sich auf die Suche begeben möchte:
Das Auge hat 18mm, eingefahren ist der Abstand zwischen den Augen etwa 470mm. Ausgefahren 790mm. Der Hubweg ist daher 320mm, nur mit dem Zollstock gemessen.
Falls Gummikrümel in den kleinen Filtern sind hat die Dichtung dahinter angefangen sich aufzulösen.
Ersatzteilnummer | Bestellt bei … | |
Blauer Dichtring | MU2618 | Hansa-Flex |
Dichtring | EGR0250A554470 | Hansa-Flex |
Gummidichtung | AM-1828-5 18.00 x 28.00 x 5.00 / 7.00 | Hydraulikdichtungen24.de |
Das Vorgehen ist dabei wie folgt, ich hab die Anleitung dazu aus dem DAF T244 Forum (Webseite) geklaut, wo Maik die Sache sehr gut hinbekommen und jeden Schritt dokumentiert hat:
Hinter der Gummiabdeckung, die herausgehebelt werden muss, befindet sich in der oberen Gleitbuchse eine Phase. In dieser sitzt der Federring. Maik hat mit einem stumpfen Schraubenzieher und behutsamen Hammerschlägen die Gleitbuchse so weit nach unten getrieben, bis der Federring frei lag.
Achtung, dabei keine Kratzer in die Lauffläche vom Zylinder machen !
Etwa 5mm vom Ende des Federrings hat Maik einen spitzen Schraubenzieher angesetzt und diesen vorsichtig dahinter getrieben. Der Zylinder hat unter dem Bund für den Federring eine Auslaufphase, so dass der Schraubendreher gute dahinter eintaucht. So kommt der Federring aus der Nut und lässt sich nach oben hebeln.
Die zweite Gleitbuchse und der darunterliegende Dichtring sassen aber so fest, dass Maik kurzerhand die Hydraulik angeschlossen hat, um den Ring herauszupressen. Vielleicht geht es auch ohne.
Der untere Federring wird wie zuvor mit einem Schraubenzieher und leichten Schlägen nach unten aus seiner Nut getrieben. Um ihn nach oben zu ziehen kann man sich mit einer Drahtschlinge behelfen.
Um die Dichtungen zu tauschen muss entweder das obere Auge abgeflext werden oder der untere Teil der Hydraulikstange. Da die Hydraulik eher auf Druck arbeitet und nicht auf Zug ist es unkritisch, die Stange aufzuflexen und später zu schweissen.
Der Kunststoffring mit dem O-Ring ist am schwierigsten zu ersetzen.
Der Zusammenbau erfolgt dann in umgekehrter Reihenfolge.
Leider kann ich noch keine persönlichen Bericht beitragen, da meine Zylinder bislang gut noch funktionieren. Wenn es bei mir soweit ist, bau ich den Artikel um und schreib eine Erweiterung …
Mir war es trotzdem wichtig, schon jetzt alles online zu stellen, da hier die notwendigen Ersatzteile und die ungefähre Vorgehensweise dokumentiert werden.
Normalerweise sind die Bolzen der Hubzylinder mit einem umgebogenen Splint gesichert. Ich ab das gegen Federstifte getauscht. Davon verspreche ich mir, dass man die Kolben eventuell doch von unten ausbauen kann, falls sie versagen.
Hallo, ich versuche mich gerade auch an der Überholung der Handpumpe.
Der Vielzahn um den inneren Zylinder in der Handpumpe herausschrauben zu können scheint derselbe zu sein wie jener, der den Handhebel mit dem Nocken verbindet. Ich denke die Idee ist es den Nocken als Schlüssel dafür zu nutzen.
So die Theorie, nur geklappt hat das bei mir noch nicht, da die Außenverzahnung meines Kolbens ganzschön verdengelt ist. Ich hoffe dass hier etwas feilen aushilft.
MfG Sören
Sören, danke für das Update. Hoffentlich hilft es mal jemanden.